Montag, 11. Januar 2010

Leserbrief von Sanitas-Belegärzten im Tages-Anzeiger 11.01.2010

Folgende Gynäkologen und Kinderärzte stehen bis jetzt hinter diesem Leserbrief:
Bruno Studer, Nadja Manneh, Francis Levy, Thomas Schwank, Norbert Fetkenheuer, Brigitte Pollmächer, Erich Fritsche, Peter D. Hagmann, Dietrich Behrens, Snejina Juricek, Michael Rabner, Hans-Ueli Hafner, Bernhard A. Vogel (Zürich), Jonas Rickli, Konstantin Ioannidis, Sabine Heller-Ioannidis, Charles Etterlin

Im Zuge der geplanten Fusion der Spitäler Zimmerberg und Sanitas soll die Geburtsabteilung am Sanitas (2009 650 Geburten) geschlossen und Geburtshilfe künftig nur noch am Spital Zimmerberg (2009 450 Geburten) angeboten werden. Als Hauptargument werden Kosteneinsparungen von jährlich 1,5 Mio. Franken (jährlicher Gesamtaufwand 100-120 Mio. Franken) genannt. Gleichzeitig wird der Verlust von 300 Geburten an die Stadtzürcher Spitäler erwartet.

Diese Entscheidung erscheint äusserst fragwürdig: Welches Spital soll die 300 Geburten übernehmen? Alle Zürcher Spitäler stossen bereits jetzt an ihre Kapazitätsgrenzen. 2009 mussten erstmals Geburten wegen Überfüllung abgewiesen und an andere Spitäler weitergewiesen werden. Das Spital Zimmerberg steht mit seinen 450 Geburten ebenfalls nahe an seiner Kapazitätsgrenze: wie will man die zusätzlichen 350 Geburten aus dem Sanitas verkraften? In Adliswil werden derzeit hunderte günstige Wohnungen erstellt: wohin sollen sich die hier zu erwartenden Schwangeren für die Geburt wenden?

Das Spital Zimmerberg kann schon heute die geburtshilfliche Grundversorgung für die Trägergemeinden nicht gewährleisten, künftiges Wachstum ist ausgeschlossen. Es sei denn, das Spital Zimmerberg erweitert seine Bettenkapazität. So würde nicht überraschen, wenn nach erfolgter Schliessung der Geburtsabteilung am Sanitas Antrag auf Bau eines neuen Bettentraktes einschliesslich Parkgarage in Horgen gestellt würde. Die Kosten wären sicher höher als die über 25 Jahre aufaddierten Einsparungen.

Das Spital Sanitas wurde in den letzten Jahren für rund 60 Mio. Franken saniert und modernisiert. Allein in die Wochenbettabteilung wurden dieses Jahr 800000 Franken investiert. Die Geburtsabteilung ist ohne weiteres imstande, jährlich 1000 Geburten zu betreuen. Wachstum ist ohne grössere Folgeinvestitionen möglich. Die Einsparung von maximal 1,5 Prozent des jährlichen Betriebsaufwandes rechtfertigt in keiner Weise die Preisgabe von 300 Geburten, den Verzicht auf Wachstum und die Einschränkung der geburtshilflichen Grundversorgung der Trägergemeinden. Da zudem mittelfristig Kostenfolgen in Millionenhöhe nicht auszuschliessen sind, darf die bestens etablierte und allen Erfordernissen genügende Geburtsabteilung des Spitals Sanitas nicht geschlossen werden, sondern muss als geburtshilfliche Klinik des fusionierten Spitals Zimmerberg/Sanitas weitergeführt werden.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen