Sanitas-Geburten:
Das Geld fehlt
Die Geburtsabteilung im Spital Sanitas soll nach dem Willen
des Adliswiler Stadtrats geschlossen werden.
Von Marco Morosoli
Adliswil – Bei der gestrigen Gemeinderatssitzung hat der Adliswiler Stadtrat in
einer Antwort auf eine Interpellation zur geplanten Schliessung des
Geburtsabteilung im Spital Sanitas des SP-Parlamentariers Davide Loss die Katze aus dem Sack gelassen. «Die längerfristige Erhaltung der Spitallandschaft im Bezirk Horgen mit den Spitälern Sanitas und Zimmerberg hat oberste Priorität.
Mit der geplanten und eingeleiteten Fusion kann dieses Ziel am besten erreicht
werden», sagte der Gesundheitsvorstand Heinz Spälti (FDP). Der Stadtrat
habe den Entscheid einstimmig gefasst. Der Entscheid fusst für den Stadtrat
auf finanziellen Erwägungen. Es geht laut Spälti um einen Betrag von
1,45 Millionen Franken, der durch die Schliessung der Geburtsabteilung jährlich eingespart werden kann. Deshalb lehnt der Stadtrat auch die
Einzelinitiative des Ehepaars Manneh-Stark ab (der TA berichtete). Sie fordert den Erhalt der Geburtsabteilung im Sanitas und wurde vom Gemeinderat im Februar unterstützt.
Spälti stellte aber in Aussicht, dass der Stadtrat Bestrebungen zur Erhaltung
der Geburtsklinik im Sanitas im Rahmen seiner Möglichkeit unterstützt.
Dies erfordere einen garantierten Zuschuss von jährlich 1,45 Millionen
Franken für die nächsten zehn Jahre. Enttäuschung bei Interpellant
Die Ausführungen von Spälti dürfte die Belegschaft der Geburtsklinik Sanitas
und die ehemaligen Wöchnerinnen enttäuscht haben. Die Gruppe hatte vor der
Sitzung dem Gemeinderatspräsidenten Max Stenz (Freie Wähler) eine Petition
mit 517 Unterschriften überreicht. Loss sagte, dass jetzt über den Standpunkt
des Stadtrats Klarheit herrsche, da er nach langem Schweigen offen informiert
habe. Der Gemeinderat wird wohl im Juni über die Fusion entscheiden.
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