
Adliswil Befürworter und Gegner der Schliessung der Geburtenabteilung im Sanitas trafen aufeinander
Demonstranten setzten sich vor der Adliswiler Gemeinderatssitzung für den Erhalt der Geburtsklinik im Sanitas ein. Der Stadtrat nimmt deren Schliessung in Kauf.
«Mis Sanitas – mini Geburtsklinik» – mit diesem und ähnlichen Transparenten demonstrierten gestern Abend vor der Adliswiler Gemeinderatssitzung rund 40 Erwachsene und verschiedene Kinder dafür, dass auch im Jahr 2011 noch im Kilchberger Spital Sanitas geboren werden kann. Es waren grösstenteils Frauen, aber auch einige Männer darunter, Leute aus dem Sanitas – aus den Bereichen Pflege, aber auch etwa Informatik – sowie ehemalige Wöchnerinnen.
Bereits zum zweiten Mal sprachen sie sich vor dem Schulhaus Hofern dagegen aus, dass die Geburtenabteilung im Zuge der Fusion des Kilchberger Spitals Sanitas und des Horgner Spitals Zimmerberg ab 2011 nach Horgen verlegt wird. «Wir wollen, dass die Gemeinden nach Möglichkeiten suchen, die Geburtsklinik des Sanitas zu erhalten», erklärte die federführende Claudia Matter. Anlass für den Aufmarsch war die in der gestrigen Ratssitzung traktandierte Interpellation des SP-Gemeinderats Davide Loss. Er wollte vom Stadtrat wissen, wie der Stadtrat der Spitalfusion gegenüberstehe.
Das Ziel der Demonstranten ist dabei: in den zwölf Trägergemeinden mit Aktionen bewirken, dass die eine oder andere Gemeinde dem Fusionsvertrag im Verlaufe dieses Jahres nicht zustimmt. Acht der zwölf Gemeinden müssen ihm zustimmen, damit er zustande kommt; wenn fünf Gemeinden ihn ablehnen, fällt er. Die Initianten planen, auch in den anderen Gemeinden des Bezirks Horgen aktiv zu werden.
Da in Adliswil das Parlament entscheidet, versuchen die Befürworter der Geburtenabteilung im Sanitas die Politiker von ihren Ideen zu überzeugen. Wie der Stadtrat gestern mitteilte, hat dieser allerdings am Dienstagabend beschlossen, dem Gemeinderat in einer der nächsten Gemeinderatssitzungen den Antrag zu stellen, der Fusion zuzustimmen.
Ganz im Sinn der Gesamt-Exekutive fiel gestern auch der Auftritt von Noch-Gesundheitsvorstand Heinz Spälti (FDP) vor dem Schulhaus Hofern aus. Er suchte den Kontakt mit den Demonstrantinnen und Demonstranten. Er zeigte Verständnis für ihr Anliegen, er hänge emotional ebenfalls an der Geburtsklinik des Sanitas, aber es fehle das Geld: «Wenn die 1000 Sympathisanten für die Geburtenabteilung jährlich und während zehn Jahren 1000 Franken für den Erhalt der Geburtsklinik bezahlen würden, wäre die Finanzierung der Geburtenabteilung im Sanitas möglich. Oder wenn Sie uns auf andere Art und Weise 15 Mio. Franken beschaffen.» «Wir arbeiten dran», meinte Claudia Matter dazu, was Spälti mit «dann ists ja gut» quittierte.

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