Samstag, 27. Februar 2010

Noch ein Spalier für den Gemeinderat

Adliswil - Die Belegschaft des Kilchberger Spitals Sanitas steht ein zweites Mal Spalier für den Adliswiler Gemeinderat. Sie will damit vor der nächsten Parlamentssitzung vom 17. März ihrer Sympathie für eine Interpellation von Gemeinderat Davide Loss (SP) Ausdruck verleihen. Loss fordert eine «sinnvolle Lösung» für das Spital Sanitas. Bereits an der letzten Adliswiler Gemeinderatssitzung vom 3. Februar demonstrierten rund 50 Sanitas-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter gegen die Schliessung der Geburtsabteilung. Mit Erfolg: Eine Einzelinitiative von Gynäkologin Nadja Manneh Stark wurde von 26 Ratsmitgliedern unterstützt und an den Adliswiler Stadtrat überwiesen. (led)

Montag, 8. Februar 2010

Hickhack um die Spitalfusion nimmt eine neue Wendung

Der Adliswiler Gemeinderat will die Geburtsabteilung im Krankenhaus Sanitas retten. Für Gesundheitsvorstand Heinz Spälti (FDP) ist dies nicht machbar.

Adliswil - Das Resultat am Mittwochabend war eindeutig. 26 von 35 anwesenden Adliswiler Gemeinderäte unterstützten eine Einzelinitiative, die ein Fusionsverbot zwischen dem Spital Zimmerberg und dem Krankenhaus Sanitas zum Ziel hat (TA von gestern). Wie sich dieser Entscheid auf die aufgegleiste Fusion der beiden Spitäler auswirkt, bietet in Adliswil weiterhin Stoff für Diskussionen.

Stadtrat Heinz Spälti (FDP) sagte schon zu Beginn der Sitzung, dass sich das Stadtparlament bereits in der Aprilsitzung wieder mit dem Thema Spitalfusion wird befassen müssen. Dabei gehe es um ein Schriftstück mit dem etwas sperrigen Namen «Fusionsvertrag zwischen den Trägergemeinden betreffend dem Betrieb eines Spitals im Bezirk Horgen». Die ab 2011 gültige Vereinbarung hat bereits den Segen der Gemeindepräsidentenkonferenz im Bezirk erhalten (der TA berichtete), und Spälti rechnet auch mit der Zustimmung durch den Stadtrat.

Willen des Parlaments achten

Dabei stellt Spälti klar: «Die Einzelinitiative kann diesen Vorgang nicht stoppen.» Diese Aussage stösst Gemeinderat Davide Loss (SP) sauer auf. Er hat den Vorstoss wie alle seine Fraktionskollegen unterstützt. «Ich hoffe, dass mit dem Antrag des Stadtrats zum Vertrag mit der Trägerstiftung auch noch einen solchen zur Einzelinitiative stellt», sagt Loss. Er fordert den Stadtrat zudem dazu auf, ein Szenario aufzuzeigen, «wie die Fusion möglich ist, ohne dass die Geburtsabteilung im Krankenhaus Sanitas geschlossen werden muss». Behandle er die Einzelinitiative nicht rechtzeitig, «nimmt er den Willen des Parlaments nicht ernst». Dort hatten neben der SP auch die CVP und die SVP den Vorstoss unterstützt.

Spältis Feldzug für die Fusion

Spälti hat eine andere Sichtweise. «Das Parlament hat dem Stadtrat mit der Überweisung der Einzelinitiative den Auftrag erteilt, die Initiative zu prüfen», sagt der Gesundheitsvorstand. Diesem Auftrag werde die Exekutive Folge leisten. Da die Initiative aber explizit verlange, keine Fusion einzugehen, sei kaum mit einem entsprechenden Antrag des Stadtrats zu rechnen.

Die Haltung des FDP-Stadtrates kommt nicht von ungefähr. Er ist Mitglied des strategischen Steuerungsausschusses, der die Fusion begleitet. Spälti will in der Gemeinderatsdebatte im April noch einmal aufzeigen, welche Folgen ein Nein zum Zusammenschluss hätte. «Wir haben keine Alternative zur Fusion», sagt Spälti und wagt eine Prognose: «Gelingt sie nicht, dann muss das Sanitas in ein oder zwei Jahren schliessen.» Spälti hofft, dass er die Gemeinderäte mit dem Geldargument auf seine Seite ziehen kann. «Wenn es dann um jährlich wiederkehrende Zahlungen von mehreren Hunderttausend Franken geht, könnte die Stimmung im Gemeinderat kippen.» Und diese finanzielle Unterstützung wäre für Spälti notwendig, um die Geburtsabteilung im Sanitas weiterführen zu können.

Marco Morosoli

Erstellt: 05.02.2010, 02:01 Uhr

Rede von Gemeinderätin Frau Nicole Kappeler / CVP vom 3.2.2010

CVP Adliswil Aktuell

Votum CVP Adliswil an der Gemeinderatssitzung zur Einzelinitiative betreffend Fusion Spital Sanitas und Spital Zimmerberg
03.02.2010

Die CVP hat sich intensiv mit dem Thema der Fusion der Geburtenabteilung vom Spital Sanitas ins Spital Zimmerberg auseinandergesetzt.
Im Gesundheitswesen wird durch die neu eingeführten Fallpauschalen eine markante und einschneidende Veränderung stattfinden. Spitäler werden fusionieren oder schliessen müssen, weil sie die Anforderungen nicht mehr erfüllen. Klar scheint demnach auch, dass nun jede Institution versucht die bestmögliche Lösung zu finden, um den eigenen Betrieb/Spital über Wasser zu halten.
Dass eine Fusion der Geburtenabteilung Sanitas und Zimmerberg finanzpolitisch Sinn macht ist einleuchtend und zudem eines der Stichhaltigsten Argumente in der ganzen Diskussion. Nur kann ein solches Vorhaben nicht nur von der finanziellen Seite begutachtet werden. Vielmehr sollte ein solches Vorhaben auch Sinn machen und praktisch realisierbar sein.
Die Idee die Geburtenabteilungen zusammen zu legen ist sicherlich sinnvoll, denn nur so kann diese theoretisch überleben und die nötigen Fallzahlen in Zukunft erreichen.
Um auch für notfallmässige Geburten und Kaiserschnitte gerüstet zu sein muss mindestens ein Anästhesist für eine 24 h Notfallversorgung vorhanden sein. Dies an zwei Orten anzubieten ist mit Kosten verbunden und es leuchtet ein, dass die Verlegung an einen Ort aus finanzieller Sicht Sinn macht. Für die Mutter ist gesorgt, das Kind wird bei Problemen im Notfall weiterhin Richtung Zürich auf eine Neonatologie verlegt werden müssen, dies bedeutet im Zimmerberg im Vergleich zum Sanitas nochmals einen 20min. längeren Weg. Zeit ist in der Medizin Leben. Zudem sind Transporte und Eintritte in ein Zweitspital erneut mit erheblichen Kosten verbunden.
Grundsätzlich sei gesagt, dass eine Geburtenabteilung im Allgemeinen zu den defizitären Abteilungen eines Spitals gehört. Dies ging auch aus einem Gespräch, welches ich mit einer Chefärztin der Gynäkologie geführt habe hervor. Jedoch sei gesagt, dass eine gut funktionierende Geburtenabteilung, durch zufriedene Gebärende und eine grosse Anzahl von Besuchern einen Gewinn für jedes Spital darstellt und zu einem guten Ruf beiträgt.
Die CVP hat sich die Frage gestellt wieso man eine gut funktionierende Geburtenabteilung in einem neu renovierten und eingerichteten Spital, welches zudem den werdenden Müttern eine Atmosphäre bietet, in der man sich wohl fühlt und man nicht in erster Linie denkt in einem Spital zu sein in ein Spital verlegt, von welchem die Geburtenabteilung bisher kaum wahrgenommen wird. Zudem ist es noch eines der wenigen Geburtsspitäler, welche es allgemein versicherten Frauen erlaubt ihre eigene Gynäkologin mitzunehmen. Ist dies auch im Zimmerberg möglich oder werden dort in Zukunft nur noch die bereits angesiedelten Gynäkologen akzeptiert? Im Sanitas arbeiten meines Wissens 16 Belegärzte, im Zimmerberg deren 6.
Uns ist sehr wohl bewusst, dass mit dem neuen System im Gesundheitswesen eine Transparenz zwischen den Spitälern geschaffen werden will, welche sich auf Fallzahlen und klare schematisierte Vorgaben bezieht. Dies sind auch in diesem Fall die stichhaltigen Argumente. Was wir jedoch zu bedenken geben möchten ist, dass wir es in der Medizin nicht mit Gegenständen und Produkten zu tun haben sondern mit Menschen, welche in ihrer Vielfältigkeit in den verschiedenen Situationen von Geburten über Unfälle bis zu Krankheiten individuell reagieren. Dies macht die ganze Thematik auch komplexer. Dies bedeutet auch, dass diese nicht nur finanziell/wirtschaftlich, sondern auch aus einem ethischen Blickwinkel angeschaut werden muss. Daher auch die emotionalen Argumente, welche nur wenig Stichhaltig, sowohl positiv als auch negativ für das ein oder andere ausgelegt werden können und oftmals aus dem praktischen Alltag und den dabei gewonnen Erfahrungen kommen. Leider werden die direkt betroffenen bei solchen Entscheidungsfindungen nur wenig bis gar nicht einbezogen, um sinnvolle Lösungen anzustreben.
Wir erachten die Fusion aus finanzieller und Gesundheitspolitischer Sicht als notwendig, wir unterstützen die Einzelinitiative aus folgendem Grund:
Aus unserer Sicht macht es keinen Sinn die Gynäkologie aufzuteilen und die Geburten in einem, die gynäkologischen Eingriffen im anderen Spital durchzuführen, sind doch die selben Ärzte beteiligt. Aus meiner persönlichen Sicht waren wahrscheinlich an dieser Entscheidung mehrheitlich Männer beteiligt, welche nur wenig Kenntnis über dieses Fachgebiet verfügen. Dies soll lediglich eine Feststellung und Gedankenanregung jedoch keine Wertung sein.
Was nützt es wenn die Gynäkologin bei einem geplanten Eingriff im Sanitas am arbeiten ist und notfallmässig zu einer Geburt ins Zimmerberg muss, dies bedeutet einen erhebliche Stress und Zeitfaktor und ist zudem höchst umständlich für die zuständigen Fachärzte. Es macht schlichtweg keinen Sinn!
Als weitere Gedankenanregung möchten wir noch folgende Fragen in den Raum stellen:
Das Sanitas hat seinen Namen und seine Bekanntheit heute vorwiegend durch eine gut funktionierende Gebärabteilung, fällt diese weg sind dann nicht bereits die Weichen für eine definitive Schliessung des Spitals gestellt? Weiter stellt sich die Frage, ob die Theorie, dass die Geburten in dieser Zahl vom Sanitas ins Zimmerberg übernommen und dabei die notwendigen Fallzahlen für einen Erhalt der Abteilung gewährleistet werden können realistisch und nicht zu optimistisch sind? Gibt es nicht eher eine Abwanderung nach Zürich, weil dort die Angebote umfassender sind was die Betreuung von Mutter und Kind anbelangt? Pessimistisch gesehen, laufen wir nicht Gefahr, in Zukunft die Geburtenabteilung auch im Zimmerberg ganz schliessen zu müssen, weil die nötigen Fallzahlen nicht erreicht werden? Lohnt es sich in ein defizitäres Geschäft zu investieren?
Welchen Sinn macht es ein Spital weiter auszubauen, wenn an einem anderen Standort die Infrastruktur bereits in modernster Form gegeben ist.
Wir sind uns bewusst, dass viele der genannten Argumente auf einer emotionalen Basis fundieren, auf Annahmen und Spekulationen. Die Fakten werden wir erst in ein paar Jahren kennen. Wer es genauer wissen will, wie das Gesundheitswesen in Zukunft aussehen wird, soll über die Grenzen nach Deutschland schielen. Etliche Spitalschliessungen, Unzufriedenes und zunehmend fehlendes Personal im Gesundheitswesen. Massive Qualitätsverluste in der Behandlung von Patienten. Es geht ans Lebendige.
Dass effektiv gespart werden konnte mit den DRG konnte bisher nur auf dem Papier theoretisch belegt werden in der Praxis ist dies in keinem der Länder, welches mit diesem System arbeitet bisher bewiesen worden.

Ich danke für ihre Aufmerksamkeit
Nicole Kappeler

Sonntag, 7. Februar 2010

Unterschriftensammlung / Petition

Wir fordern die Trägergemeinden des Spitals Sanitas auf, eine allfällige Fusion mit dem Spital Zimmerberg so zu planen, dass die Geburtsabteilung im Sanitas bleibt.


Die Unterzeichnenden protestieren gegen die Schliessung der Geburtsabteilung im Spital Sanitas in Kilchberg. Sie fordern die Spitaldirektion, sowie die Politiker der Gemeinden des Bezirks Horgen auf, den neuen Standort der Geburtsabteilung betr. der geplanten Fusion mit dem Spital Zimmerberg zu prüfen und andere Sparmöglichkeiten zu suchen.

Die Unterzeichnenden solidarisieren sich mit den Mitarbeiterinnen der Geburtsabteilung: Als ehemalige Wöchnerinnen und deren Angehörige, als Mitarbeiter/-innen anderer Abteilungen im Sanitas und als Freunde der Geburtsabteilung.


ZUR LISTE DER UNTERZEICHNENDEN

Samstag, 6. Februar 2010

Um was geht es?

Schliessung Geburtenabteilung im Spital Sanitas auf Ende 2010

Den Medien war zu entnehmen, dass die Geburtenabteilung des Spitals Sanitas geschlossen werden soll. Die Geburtenabteilung in Kilchberg ist vor allem im Sihltal und den umliegenden Gemeinden und auch bei Stadt-Zürchern sehr beliebt und daher von grosser Bedeutung. Zahlreiche Mütter gebären ihre Kinder (rund 600 Geburten pro Jahr) im Spital Sanitas. Von einer Schliessung wären viele Familien aus dem Bezirk Horgen betroffen.

Die Geburtenabteilung des Spitals Sanitas soll aus finanziellen Gründen in das Spital Zimmerberg verlegt werden. Das Spital Zimmerberg stösst jedoch bereits heute an seine Kapazitätsgrenzen, während das Spital Sanitas über grosse Kapazitäten (1000 Geburten pro Jahr möglich) verfügt.

Weiter gilt es zu beachten, dass das Spital Sanitas insbesondere dank seiner Geburtenabteilung weit über die Grenzen des Bezirks Horgen bekannt ist. Eine Schliessung der Geburtenabteilung des Spitals Sanitas könnte gar kontraproduktiv wirken und der Anfang vom Ende des Spitals Sanitas bedeuten. Dies gilt es in jedem Fall zu verhindern.

Bei der geplanten Schliessung der Geburtenabteilung des Spitals Sanitas gingen ausserdem zahlreiche Arbeitsplätze verloren. Es stellt sich deshalb die Frage, ob die Geburtenabteilung des Spitals Sanitas auch bei einem Zustandekommen der Fusion des Spitals Sanitas mit dem Spital Zimmerberg erhalten bleiben kann.

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Das Wochenbett-Team gibt nicht auf !

Am 9. Dezember 2009 hat das Wochenbett-und Gebärsaal-Team erfahren, dass man aus finanziellen Gründen zuküftig nicht an beiden Standorten die Geburtenabteilung weiterführen kann und die Abteilungen per Ende 2010 geschlossen werden, was für beide Teams ein grosser Schock und ein Stich ins Herz zugleich war !

Wir, Mitarbeiterinnen der Wochenbettstation, nehmen diesen Entscheid der Stiftung nicht einfach so hin, da wir schon über Jahre motiviert und engagiert dort arbeiten. Aus diesem Grund haben wir im Dezember 2009 die Facebook-Gruppe "Rettet die Geburtsabteilung im Sanitas!!!" gegründet, welche schon über 900 Mitglieder (Stand Februar 2010) hat.

Wir sind nicht grundsätzlich gegen die geplate Fusion der beiden Spitäler, da sie längerfristig ein notwendiger Schritt zur Sicherstellung einer hochstehenden und kostenbewussten medizinischen Versorgung der Bevölkerung im Bezirk Horgen ist. Wir fordern aber die Politiker auf, die Verteilung der Fachgebiete und den Standort Kilchberg als Geburtshaus zu überprüfen, bevor sie an den Gemeinderatssitzungen darüber abstimmen.

Unterstützt von unseren ehemaligen Wöchnerinnen & deren Familien, Freunden der Geburtshilfe Sanitas, Belegärzten und Beleghebammen werden wir weiterhin friedliche und öffentliche Aktionen starten, welche hoffentlich einen bleibenden Eindruck hinterlassen (siehe Veranstaltungskalender). Wir sind für jede Unterstützung sehr dankbar !

Dieser Blog ist öffentlich und für diejenigen gedacht, welche sich nicht auf Facebook registrieren, aber denoch über unsere Gruppen-Aktivität informiert werden möchten. Natürlich können auch hier Kommentare angebracht werden.

Freitag, 5. Februar 2010

Interview mit Claudia Matter, Leiterin von Wochenbett und Kinderchirurgie im Spital Sanitas und Angela Brunner, Zürichsee-Zeitung 5.2.2010

Spitalangestellte demonstrierten

Ab 2011 soll die Geburtshilfe des Spitals Sanitas nach Horgen verlagert werden. Das Personal demonstrierte und erhielt politische Unterstützung.

Claudia Matter, am Mittwoch haben Sie vor der Gemeinderatssitzung gegen die Schliessung der Geburtshilfe im Kilchberger Spital Sanitas demonstriert. Was erhofften Sie sich?
Dass wir wahrgenommen werden. Mit dabei waren ein Dutzend der 27 Angestellten, dazu Schwangere und Mütter. Wir wollten unsere Gynäkologin Nadja Manneh-Stark unterstützen, die eine Einzelinitative gegen die Fusion lanciert hat. Die Gemeinden sollen schauen, ob die Konzentration der Geburtshilfe in Horgen wirklich die einzige Möglichkeit ist.

26 Gemeinderäte erklärten ihre vorläufige Zustimmung zur Initiative. Jetzt muss der Stadtrat Stellung nehmen. Glauben Sie, dass Sie mit Ihrer Demonstration die Adliswiler Gemeinderäte beeinflussen konnten?
Wir sind zufrieden und überrascht vom Resultat der Gemeinderatssitzung. Auf den Entscheid haben wir aber wenig Einfluss gehabt. Die Gemeinderäte hatten sich ihr Urteil bereits gebildet. Wir wollten mit unserer Aktion ein Zeichen setzen und zum Ausdruck bringen, wie enttäuscht wir über die Schliessung sind. Wir sind traurig, dass wir unsere Arbeitsplätze Ende Jahr aufgeben müssen.

Wollen Sie den Protest in anderen Gemeinden wiederholen?
Das diskutieren wir. Ich denke, dass wir weiterhin vor Gemeindeversammlungen aktiv sein werden - in der Hoffnung, etwas bewirken zu können. Die Fusion ist für beide Spitäler sinnvoll. Anderer Meinung sind wir aber beim Entscheid gegen die Geburtshilfe im Sanitas. Das Sanitas wurde mit der Geburtshilfe gegründet, sie ist das Herz des Spitals. Wenn dieses fehlt, droht auch der gute Ruf des Spitals verloren zu gehen.

Fünf von zwölf Gemeinden im Bezirk müssten Nein sagen. Ist das realistisch?
Das ist schwierig einzuschätzen. Im Team wissen wir, dass wir nur eine kleine Chance haben. Aber gerade dieser Hoffnungsfunke hält uns aktiv. Wir haben auch Rückmeldungen von Gemeinden wie Kilchberg und Adliswil erhalten, die mit der Schliessung nicht so einverstanden sind. Dies spornt uns an.

Kann die Schliessung der Geburtshilfe im Sanitas eine Chance sein für die Geburtenabteilung in Horgen?
Es ist zu erwarten, dass das Spital Zimmerberg einen Zuwachs an Geburten haben wird. Aber meiner Meinung nach besitzt das Sanitas das bessere Potenzial: Das Knonauer Amt wächst, und Schwangere aus dem Raum Zürich dürften verloren gehen, da sie zum Gebären kaum bis Horgen fahren werden.

Könnten Sie sich vorstellen, im Spital Zimmerberg zu arbeiten?
Das würden wir gern, aber diese Möglichkeit besteht nur für Hebammen, nicht für Kinderkrankenschwestern und Pflegefachfrauen. Im Spital Zimmerberg werden die Frauen während der Schwangerschaft und bis zum Ende des Wochenbetts ausschliesslich von Hebammen betreut.

Donnerstag, 4. Februar 2010

Gemeinderat setzt sich für Geburtsklinik ein

Der Adliswiler Stadtrat muss sich mit einer Einzelinitiative befassen, die den Erhalt der Geburtsklinik im Sanitas fordert. Der Gemeinderat winkte sie gestern sehr klar durch.

Adliswil - Einige Adliswiler Gemeinderäte staunten gestern, als sie ihren Sitzungssaal im Schulhaus Hofern betraten. Vor der Türe stand eine Menschentraube. Die Menge machte mit Plakaten und mit Sprechchören Werbung für den Erhalt der Geburtsabteilung im Krankenhaus Sanitas in Kilchberg (siehe Zweitartikel). Das Adliswiler Parlament befasste sich nämlich an der ersten Sitzung im neuen Jahr mit einer Einzelinitiative zweier Stimmbürger. Diese verlangt, dass weiterhin in Kilchberg geboren werden kann.

Nun muss sich auch der Stadtrat mit der Initiative befassen. 26 Gemeinderäte votierten für die Überweisung des Anliegens. Zwölf wären nötig gewesen. CVP, SVP und die SP sprachen sich grossmehrheitlich für die Einzelinitiative aus. Nur die FDP hielt ihrem Stadtrat und Gesundheitsvorstand Heinz Spälti (FDP), der auch im strategischen Steuerungsausschuss für die Fusion der Spitäler Zimmerberg und Sanitas sitzt, die Treue und stimmte wie die EVP dagegen. Spälti hatte schon unter dem Traktandum Mitteilungen eindringlich davor gewarnt, der Einzelinitiative zuzustimmen. Dies vor allem vor dem Hintergrund, dass durch den Weiterbetrieb zweier Geburtsabteilungen im Spital Zimmerberg und im Sanitas auf ein Sparpotenzial von 1,45 Millionen Franken verzichtet werde. Deshalb «müssen wir schweren Herzens auf die Geburtenabteilung im Sanitas verzichten», sagte er. Gemeinderat Peter Werder (FDP) sagte, dass die Schliessung ein Versuch sei, «in der Spitallandschaft zu sparen».

Doch diese Einwände fielen bei der Mehrheit des Gemeinderats nicht auf fruchtbaren Boden. Nicole Kappeler (CVP) rief in Erinnerung, dass der gute Name des Krankenhauses Sanitas auch von den Leistungen der Geburtenabteilung herrühre. Davide Loss (SP) befürchtet, dass mit einer Schliessung des Geburtsorts Kilchberg dort das «Herzstück herausgeschnitten» wird. Renato Günthardt (SVP) zeigte sich enttäuscht, dass der Stadtrat bisher das «Unbehagen der Initianten zu wenig würdigte».

Der Stadtrat kann einen Gegenvorschlag zur Initiative unterbreiten. Er hat 18 Monate Zeit, aktiv zu werden. Doch er muss wohl schneller entscheiden, denn die Spitalfusion Zimmerberg/Sanitas ist bereits für 2011 vorgesehen. Wenn dem Fusionsvertrag acht der zwölf Gemeinden im Bezirk zustimmen, kommt er zustande. Fünfzig Hebammen, Krankenschwestern, Ärzte und Mütter kleideten sich gestern schwarz, um vor der Gemeinderatssaal gegen die Fusion zu protestieren. Foto: Patrick Gutenberg (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 04.02.2010, 02:01 Uhr

Protestaktion gegen Schliessung der Geburtsabteilung

Ein schwarzer Spalier für die Geburtsabteilung im Spital Sanitas

Noch selten sind die 36 Adliswiler Gemeinderäte mit einem Spalier begrüsst worden. Noch selten ist eine Gemeinderatssitzung von so vielen Zuschauern, so viel Kinderquengeln und so viel Applaus nach Voten begleitet worden. Zu feiern gab es gestern Abend aber nichts. Die rund 50 schwarz gekleideten Krankenschwestern, Hebammen, Ärzte und Mütter sind für ihre Geburtsabteilung im Spital Sanitas gekommen. Sie kamen mit Kindern und Kinderwagen, sie kamen mit Transparenten, sie kamen mit Glühwein und Toffifee sowie mit Réchaud- und Grabkerzen.

«Babys wählen Sanitas!», riefen die mehrheitlich weiblichen Demonstranten im Chor den Gemeinde- und Stadträten auf dem Weg in die Aula des Schulhauses Hofern zu. Einzelne Politiker schüttelten Hände, andere eilten schnurstracks in den Ratssaal. «Sie sind diesen Aufmarsch halt nicht gewohnt», sagte eine Krankenschwester.

Grund für den Spalier war Traktandum vier (siehe Hauptartikel). Die Adliswiler Gynäkologin Nadja Manneh-Stark hatte zusammen mit ihrem Mann Günter Stark eine Einzelinitiative eingereicht, in der sie die geplante Fusion des Horgner Spitals Zimmerberg mit dem Kilchberger Spital Sanitas infrage stellt, wenn die Geburtsabteilung des Sanitas geschlossen und die Geburtsabteilung in Horgen konzentriert wird.

26 Gemeinderäte unterstützten nach ausführlichen Diskussionen die Initiative. Einzig die FDP- und die EVP-Fraktion sprachen sich dagegen aus. Auf der Tribüne des Ratssaals wurde applaudiert, Initianten und Krankenschwestern, Hebammen und Mütter lagen sich in den Armen. «Dass das Resultat so hoch ausfällt, hat mich überrascht», sagt ein Gynäkologe. «Ich bin kein emotionaler Mensch», sagt Nadja Manneh-Stark und spricht damit ein Votum aus der FDP-Fraktion an, in dem vorgeworfen werde, dass in den anderen Fraktionen nur das Herz, aber nicht der Kopf entschieden habe. Manneh-Stark sagt: «Der Entscheid, die Geburtsabteilung im Sanitas zu schliessen, darf nicht einfach durchgewinkt werden.» Der Entscheid sei laut Manneh-Stark nicht richtig.

Für Claudia Matter, Leiterin der Geburtshilfe, ist die grosse Unterstützung «Ansporn», um für die Geburtsabteilung weiter zu kämpfen - etwa in Langnau oder Rüschlikon. Matter war Mitorganisatorin der Demonstration. Mobilisiert hat sie die spalierstehenden Demonstranten ausschliesslich über die Internetplattform Facebook. (led/mor)

Mittwoch, 3. Februar 2010

Einzelinitiative Dr. N. Manneh-Stark Adliswil 12.12.09

Einzelinitiative Dr. N. Manneh-Stark

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Auszug aus dem Protokoll des Gemeinderates der Sitzung vom 3. Februar 2010

2. Die Einzelinitiative von Nadja Manneh-Stark und Günter Stark gegen die Fusion des Spitals Sanitas mit dem Spital Zimmerberg wurde an den Stadtrat überwiesen.

:-)

Dienstag, 2. Februar 2010

SP und SVP könnten sich beim Kampf um die Sanitas-Geburtsabteilung die Hand reichen

Morgen befasst sich Adliswils Gemeinderat mit einer Einzelinitiative zur Spitalfusion. Der Stadtrat könnte durch sie in die Bredouille kommen.

Adliswil - Jetzt wird die Diskussion um die Fusion der beiden Spitäler Zimmerberg und Sanitas auf eine neue Ebene verfrachtet. Nachdem sich die Gemeindepräsidenten im Bezirk mit einer Ausnahme für die Fusion ausgesprochen haben, befasst sich morgen Mittwoch der Adliswiler Gemeinderat mit dem heiklen Dossier (TA vom 29. Januar).

Zwei Stimmbürger haben eine Einzelinitiative eingereicht. Sie verlangt, die Fusion abzulehnen. Nur so könne die Geburtsabteilung im Sanitas in Kilchberg weitergeführt werden.

Wird der Vorstoss von zwölf Gemeinderäten unterstützt, muss sich der Stadtrat damit beschäftigen. Die Zeichen, dass das geforderte Quorum erreicht wird, stehen gut. «Die SP-Fraktion hat an ihrer Fraktionssitzung einstimmig beschlossen, die Einzelinitiative zu unterstützen», sagt SP-Vizepräsident und Gemeinderat Davide Loss. Die Sozialdemokraten haben im aktuellen Gemeinderat neun Stimmen. Auch SVP-Präsident Renato Günthardt hegt «eine gewisse Sympathie» für den Vorstoss. Aber wie sich die achtköpfige SVP-Fraktion entscheiden wird, ist noch nicht bekannt. Die SVP-Gemeinderäte haben sich zwar am Donnerstagabend mit dem Geschäft befasst, aber Günthardt will das Resultat nicht öffentlich machen. «Wir werden aber ein starkes Zeichen fürs Sanitas geben», sagt Günthardt.

FDP und CVP schweigen

Gleich hält es CVP-Fraktionschef Thomas Fässler: «Wir äussern uns erst am Mittwoch.» FDP-Parteipräsident Peter Werder schweigt ebenso, weil er die Diskussion offenhalten will. Dieses Stillhalten haben sich die Fraktionen im Herbst an der Interfraktionellen Konferenz (IFK) selber verordnet. Die SP scheint sich nunmehr nicht mehr an diese Abmachung halten zu wollen.

Aber ob die Einzelinitiative überhaupt noch etwas in der Sache Spitalfusion bewirken kann, ist ungewiss. Laut dem Gesetz über die politischen Rechte hat der Stadtrat 18 Monate Zeit, um einen Bericht und einen Antrag an den Gemeinderat zu übermitteln. Diese Frist könnte sogar noch um ein halbes Jahr verlängert werden, sagt die Adliswiler Gemeinderatssekretärin Ida Hofstetter. Jedoch muss der an sich für den Fusionsentscheid zuständige Stadtrat noch in diesem Jahr einen Entscheid zur Sache fällen. Nur dann kann die im letzten Jahr in Gang gebrachte Fusion der beiden Spitäler fristgerecht durchgezogen werden. Der Stadtrat müsste also bezüglich der Einzelinitiative Gas geben. Noch früher muss die Adliswiler Exekutive Antworten auf eine SP-Interpellation geben. Davide Loss hat sie am 25. Januar eingereicht. Der SP-Parlamentarier stellt fast durchwegs Fragen zur Geburtenabteilung des Sanitas-Spitals.

Nagelprobe für Gemeindefusion

Im Zuge der hitzigen Spitaldebatte droht ein weiteres Fusionsprojekt in der Gemeinderatssitzung vom Mittwoch unterzugehen: CVP-Gemeinderat Clemens Ruckstuhl fordert einen Zusammenschluss der Gemeinden Adliswil und Langnau. Er verspricht sich dadurch eine Stärkung des Standortes Sihltal im Kanton Zürich, den Abbau von Doppelspurigkeiten und zu guter Letzt für Adliswil einen tieferen Steuerfuss. Marco Morosoli

Mittwoch, 3. Februar: Gemeinderat Adliswil, Aula Schulhaus Hofern, 19.30 Uhr.

Erstellt: 02.02.2010, 02:01 Uhr